Buchpublikation

DISTANZ Verlag
Hg. Kunsthaus Dresden – Städtische Galerie für Gegenwartskunst
Deutsch, 23 × 28 cm, 304 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, Softcover
ISBN 978-3-95476-393-1
Verlagsvorschau Seite 30/31: https://www.distanz.de/media/pdf/f2/9c/0d/210211_DISTANZ_SS2021_Vorschau_DE_web.pdf

Das Werk von Christa Jeitner (geb. 1935 in Berlin, lebt und arbeitet in Blumberg) ist geprägt durch den Wunsch nach Freiheit. In textilen Assemblagen, Fadenzeichnungen, Schnürwerken und Performances bewegt sich die Künstlerin in einem spannungsvollen Verhältnis zur Zeitgeschichte der DDR und der Nachwendezeit bis heute. Ihre Arbeiten eröffnen den Betrachter*innen überraschende Perspektiven auf die deutsch-deutsche Vergangenheit sowie auf die unzähligen Spielräume des Handelns einer politischen Künstlerin.

So entwickelt Jeitner in den 1960er Jahren mit ihren Fadenzeichnungen eine expressive Form der Abstraktion, die vielfach im direkten Dialog mit den radikalen formalen Weiterentwicklungen in der Lyrik, beispielsweise von Ingeborg Bachmann, neues Terrain betritt. Voller Präzision trifft ihr Werk bis heute ein Lebensgefühl, das wir als prekär beschreiben würden, im Sinne einer Verletzlichkeit und eines Dazwischen – zwischen den Ereignissen, zwischen den ideologischen, ethischen und ästhetischen Frontlinien der Zeit.

Das Buch zeigt erstmals eine umfassende Aufarbeitung von Jeitners über mehr als sechs Jahrzehnte gewachsenem Œuvre mit zahlreichen Abbildungen und eigenen Aufzeichnungen der Künstlerin. Die Beiträge von Susanne Altmann, Christiane Mennicke-Schwarz und Christoph Tannert werden abgerundet von einem Gespräch zwischen Hannelore Sachs und der Künstlerin

Christa Jeitner - Notizen.Prozesse.Werke

Bereits 1988 hatte die Kunsthistorikerin Hannelore Sachs (1931–1990) die protokollartigen Notizen, die den Entstehungsprozess meiner Arbeiten begleiten, für eine Buchausgabe zusammengestellt. Sie schrieb dazu:

„… umfassende Äußerung einer Künstlerin über ihre Arbeiten und die Wege dahin – geistig, inhaltlich, gestalterisch …“

„… oft bis ins Detail gehende Darlegung der Arbeitsgänge, das Ringen mit Material und Technik, um die erwünschte Form zu gestalten.“

„… alle Plagen, Erfindungen werden preisgegeben.“

„Jeitner bedient sich einer sehr eigenständigen Sprache, so dass ich es auch als eine selbständige literarische Arbeit sehe.“

Jetzt liegt das Buch vor, von mir in über vier Jahren intensiver Arbeit neu bearbeitet und weitergeführt bis zum Schaffen des Jahres 2020.

Nächste Buchvorstellung:
2. November 2021, 18:00 Uhr
Kunsthaus Dresden, Rähnitzgasse 8, 01097 Dresden
siehe auch https://kunsthausdresden.de/veranstaltungen/geschichte-neu-weben-katalogpraesentation-mit-christa-jeitner/